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Die Lädine

Unterwegs mit einem eigentlich schon längst ausgestorbenen Schiff. Unser Kapitän blickt zufrieden in den Himmel: "Heute wären wir auch mit Motor nicht schneller."

Der Mast ragt kerzengerade wie eine Tanne in den Himmel. Über uns bläht sich das Segel. "Wir haben Glück, meist ist so ein Wind mit Regen und Gewitter verbunden." Davon ist heute weit und breit nichts zu sehen. Strahlend blau präsentiert sich der Himmel über dem Bodensee. Eine Brise aus Nordost bringt unser Schiff acht Kilometer in der Stunde voran. Richtung Schweizer Ufer, immer geradeaus. Denn kreuzen wie die vielen kleinen Yachten auf dem See kann unser breites Schiff nicht. Wir fahren vor dem Wind, wie der Seemann dazu sagt.

Eigentlich ist unser Schiff ein Dinosaurier der Verkehrsgeschichte. Längst ausgestorben und nur noch im Museum zu bestaunen. Fast zwei Jahrtausende lang waren solche Lastenschiffe auf dem Bodensee unterwegs. Im Mittelalter wurden sie Lädinen genannt, nach dem alemannischen Wort "Lädi" für Ladung bzw. Last. Früher waren an manchen Tagen Hunderte von ihnen zwischen Bregenz und Konstanz unterwegs. Doch dann begann ihr Untergang. Nur wenige Exemplare überlebten das Aufkommen der Dampfschiffe und der Eisenbahn. Die letzten ihrer Art wurden schließlich zu Brennholz zerhackt oder verfaulten als Wracks am Seegrund. Die Lädinen gerieten in Vergessenheit. Nur auf alten Gemälden und Fresken waren sie noch zu sehen.

Vor 20 Jahren begann ihre Wiedergeburt, als bei Immenstaad die Überreste eines mittelalterlichen Lastenseglers entdeckt wurden. Ende der 80er Jahre wurde am Bodenseeufer ein noch viel älterer Einbaum gefunden, was nicht ohne Folgen blieb. Damals begann Rolf Hiss aus Immenstaad mit einer Mannschaft Gleichgesinnter von der Rückkehr der historischen Transportschiffe zu träumen. Ein Verein wurde gegründet und die mühsame Suche nach Geldgebern und Sponsoren begann. Nach einem Jahrzehnt war es endlich soweit. Im Frühjahr 1999 wurde eine komplett neu gebaute Lädine auf den Namen St. Jodok getauft, den Dorfpatron von Immenstaad. Seitdem bricht das Schiff fast täglich von Immenstaad zu Rundfahrten auf.

Gäbe es ein Schiffsquartett der Bodenseeschifffahrt wäre die St. Jodok in einigen Punkten ein Supertrumpf. Nicht unbedingt bei technischen Angaben wie Höchstgeschwindigkeit (maximal 10 km/h) und Tiefgang (80 cm). Dafür wäre die Lädine bei den Angaben "Segelgröße" (60 Quadratmeter) und "Masthöhe" (17 Meter) unschlagbar. Einmalig ist auch, dass das Ruder nicht am Heck, sondern seitlich an Backbord angebracht ist. Früher wurden auf den Lädinen Salz, Bausteine und Getreide transportiert. Bis zu 120 Tonnen Ladung konnte eine Lastensegler aufnehmen, das entspricht der Traglast von 140 Fuhrwerken. Bei günstigem Wind kam eine Lädine in zehn Stunden von Bregenz nach Konstanz. Bei Flaute mußten die Schiffsknechte an die Ruder oder mit Seilen das Schiff am Ufer entlang ziehen.

Das bleibt uns und den 30 anderen Gästen an Bord zum Glück erspart. Der Wind bläst stetig und für alle Fälle ist die Lädine mit einem 120 PS starken Dieselmotor ausgerüstet, mit dem auch die An- und Ablegemanöver durchgeführt werden. Um für historischen Flair zu sorgen, trägt die Lädinen-Besatzung selbst geschneiderte Trachten, die allerdings keinen Anspruch auf historische Echtheit erheben. Mit ihren schwarzen Cowboyhüten, den weiten Hemden und dicken Halstüchern würden die Männer auch gut in einen Planwagen-Treck durch den Wilden Westen passen.

Auf zwei Stunden ist unsere Rundfahrt angesetzt. Nach einer halben Stunde setzen zwei Männer das Segel. Der Motor verstummt und die Elemente übernehmen das Kommando. Eine Stille, wie es sie nur auf offener See gibt, macht sich auf dem Schiff breit. In der Ferne ist im Gegenlicht die Silhouette von Konstanz zu sehen. Dort hat das vor 20 Jahren bei Immenstaad gefundene Lädinenwrack inzwischen im Archäologischen Landesmuseum eine Heimat gefunden. Eine Dreiviertelstunde fahren wir vor dem Wind. Dann wirft der Kapitän wieder den Motor an und die St. Jodok fährt im Sonnenuntergang zurück nach Immenstaad.

 Kontaktdaten:

Lädine Immenstaad
D-88090 Immenstaad
Tel.: 0049 (0)7545 / 90 10 929
Fax: 0049 (0)7541 / 700 777-78
Mobil: 0049 (0)151 / 1099 8856
Email: info@laedine.de
Internet: www.laedine.de